Frauen in der Innung

Ja, Sie haben richtig gelesen.
Es gab zu jeder Zeit Frauen in der Dachdecker-Innung. Blättern wir noch einmal zurück zur Regel Nummer 1, 4, 7 oder 14, in denen Frauen in das damalige Regelwerk eingebunden waren. In allen vier Geboten sind sie im Zusammenhang mit Zahlungen an das Handwerk erwähnt. Dienten sie nur zum Auffüllen der Lade? Nein, denn Frauen konnten den Betrieb ihres Mannes nach dessen Tod übernehmen – nur der Abschluss der Ausbildung von Lehrknechten musste von einem männergeführten Betrieb übernommen werden. Neubauten oder Generalreparaturen durften Frauen mit einem Gesellen und einem Handlanger ausführen. Es ist überliefert, dass Frauen rege am allgemeinen Handwerksleben beteiligt waren. Allerdings konnten sie selbst das Handwerk des Dachdeckers damals noch nicht erlernen.

Heute ist das anders.
Es gibt immer wieder aktive Frauen im Dachdeckerhandwerk. Zumeist entscheiden sich Töchter von Handwerksbetriebsinhabern zu einer Ausbildung, die sie dann oft mit dem Meistertitel beschließen und mit dem Studium der Betriebswirtschaft erweitern, um über kurz oder lang den väterlichen Betrieb zu übernehmen.

Frauen in der Innung